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Baukosteneinsparung und Bauzeitverringerung

Verschiedene empirische Daten zeigen, dass bei der Mehrzahl der Ausschreibungen von Modellen mit PPP-Elementen die Baukosten gegenüber den Planungsvorgaben zum Teil erheblich reduziert werden konnten.

1993 kommt der Landesrechungshof von Baden-Württemberg im Rahmen einer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass Leasingfinanzierte Hochbauprojekte geringere Investitionskosten aufweisen. Ein 1998 erstellter Vergleich der Ausgangsdaten und der Ausschreibungsergebnisse der so genannten drittvorfinanzierten Hochschulbaumaßnahmen zeigt, dass die geplanten Baukosten durchschnittlich um 35% unterschritten werden konnten. Die für das Gutachten „PPP im öffentlichen Hochbau“ durchgeführte Analyse der durch die VBD Beratungsgesellschaft für Behörden mbH betreuten Projekte ergab Unterschreitungen der Planungsdaten um durchschnittlich 20%. Gleichzeitig konnte eine große Kostensicherheit festgestellt werden. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle wurden die Baukosten zum dem vertraglich vereinbarten Pauschalfestpreis abgerechnet. Falls es zu Nachträgen kam, waren diese in der Mehrzahl der Fälle durch Zusatzwünsche der Auftraggeber verursacht worden.

Ob die Kostenvorteile bei Modellen mit PPP-Elementen generell höher sind, als bei herkömmlich realisierten Baumaßnahmen, kann bisher nicht festgestellt werden, da die entsprechende Daten der öffentlichen Hand nicht bekannt sind. Dennoch scheint es plausibel, dass private Anbieter einen größeren Optimierungsspielraum haben, wenn sie Planung und Bauleistung als einheitlichen Prozess organisieren, die Gewerke abstimmen und unternehmensspezifische Kompetenzen und den Zugang zu günstigen Ressourcen einbringen können. Demgegenüber stehen bei der konventionellen Beschaffung mittels Architektenwettbewerb und der nachfolgenden Einzelgewerksvergabe nie die Optimierung des Gesamtprozesses im Vordergrund. Zusätzlich ergeben sich erhebliche Risiken hinsichtlich der Schnittstellen und ein hoher Koordinierungsaufwand für die öffentliche Hand.

Neben den Kostenvorteilen sind Modelle mit PPP-Elementen oft auch mit einer erheblich kürzeren Bauzeit verbunden. Unsere Erfahrungen besagen, dass die Projekte je nach Umfang 6 bis 12 Monate früher als bei herkömmlichen Verfahren übergeben werden können. Einer der Gründe dafür ist, dass für den privaten Anbieter die Bauzwischenfinanzierungszinsen einen erheblichen Kostenfaktor darstellen und er erst nach Übergabe einen Anspruch auf Zahlung hat.

Insgesamt zeigt sich, dass mit PPP ein beträchtliches Einsparungspotential erschlossen und ein Beitrag zur Kostensenkung der öffentlichen Haushalte geleistet werden kann. Diese Erkenntnis deckt sich auch mit den Einschätzungen in anderen EU-Staaten.

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